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Der letzte Union Jack

GSU History • 16. Dezember 2019

Ein allerletzter offizieller Akt der Briten vollzog sich gestern vor genau 25 Jahren: Am 15. Dezember 1994 verließen formal die finalen Truppenteile der Britischen Streitkräfte Berlin.

In der damaligen Spandauer Alexander Barracks, die den Briten als letztes Hauptquartier diente, holten Wilfried Bode und Herbert Weber (links) von der Security-Einheit der British Residual Interest Organisation (BRIO), den letzten offiziellen „Union Jack“ ein und übergaben ihn an Lieutenant Colonel Brian Gunson (rechts).

Zur ehemaligen German Security Unit (GSU) bestand hierbei ein ganz besonderer Zusammenhang, denn bereits im Sommer 1994 wurde die BRIO Security aus Kräften der GSU aufgebaut. Als offizieller Tag des Abzugs der Alliierten gilt der 30. September 1994 - jener Tag, an dem schließlich auch die German Security Unit demobilisiert wurde. Aufgabe der BRIO war es, die letzten verbliebenen Aufgaben zu erledigen und insbesondere logistische Dinge abzuwickeln. Der Schutz der wenigen Objekte des britischen Militärs wurde für die letzten Wochen durch die BRIO Security gewährleistet, die in einer Stärke von 58 Mann agierte und in Alexander Barracks stationiert war. Der scheidende GSU-Chef Wolfgang Schiller brachte sich selbst als Leiter der Truppe ins Gespräch, wurde allerdings nicht berücksichtigt und trat schließlich mit Ablauf des Septembers in den Ruhestand.

Die BRIO Security, die sich zwar aus ehemaligen GSU-Angehörigen rekrutierte, die ihre alten Uniformen nun mit neuen Applikationen weiter trugen, war allerdings keine Nachfolgeeinheit der German Security Unit. Sie verfügte, im Gegensatz zur GSU, über keinen Wachpolizeistatus, zudem waren die Wachleute im Dienst unbewaffnet, weil der alliierte Sonderstatus bereits aufgehoben war.

Trotz allem wurden die uniformierten BRIO-Leute durch das verbliebene britische Kontingent auch weiterhin als GSU wahrgenommen. Und so galt es in Richtung der Deutschen als große Hommage, dass die Briten die einstigen GSU-Männer Herbert Weber (†47) und Wilfried Bode (†53) den letzten offiziellen „Union Jack“ einholen und dies nicht durch britische Soldaten erledigen ließen.

Unmittelbar nach diesem Akt erfolgte die öffentliche "Schlüsselübergabe" von Alexander Barracks an einen Vertreter der Oberfinanzdirektion Berlin. Auch für die BRIO Security war nun das Ende gekommen. Nach nur wenigen Wochen Aufstellungszeit war deren Mission, letztlich mit einer kurzen Übergabe des Objekts an eine private Sicherheitsfirma, vollendet.

Einen Tag später, am 16. Dezember 1994, erging auch der behördliche Verwaltungsakt. Mit Unterschriftsleistung durch die Briten und die Leitung der Oberfinanzdirektion Berlin folgte die formal Endwidmung der Kaserne. Nach immerhin 125 Jahren wurde Alexander Barracks, die vormalige Schülerbergkaserne, als militärische Liegenschaft endgültig abgewickelt.

Zu diesen Ereignissen wird GSU HISTORY im Reiter der 1990er Jahre berichten.


von GSU History 1. Januar 2026
Nach einem ereignisreichen Jahr startet GSU HISTORY gleich in das neue. Aktuell führen zwei Spuren in die Vereinigten Staaten, um das Schicksal zweier Ex-Kameraden der German Security Unit aufzulösen. In einem Fall hat sich bereits die Tochter eines ehemaligen Guards gemeldet und schreibt ihre Erinnerungen nieder, um das Leben ihres Vaters zu erhalten. Freuen Sie sich also auf neue Entdeckungen und Erinnerungen. Wenn auch Sie ein Ehemaliger oder ein Verwandter eines früheren GSU-Angehörigen sind, melden Sie sich gerne. Ihnen allen ein frohes Neues Jahr!
von GSU History 29. Dezember 2025
Das Jahr 2025 neigt sich nun seinem Ende zu, und rückblickend stand die Zahl „75“ im Vordergrund. GSU HISTORY nutzte nämlich die Gelegenheit, an die Aufstellung, die Mobilisierung und die Indienststellung des damaligen Watchmens Service der German Service Organisation im Jahr 1950 zu denken. Einer Einheit, aus der Anfang der 1980er Jahre die German Security Unit (GSU) hervorgegangen ist. Die Protagonisten der Gründungszeit sind inzwischen alle vom Großen Feldherrn abberufen worden. Stellvertretend für alle verstorbenen Ex-Guards erinnern wir nochmals an jene belegten Fälle, in denen frühere GSU-Leute im Jahr 2025 ihren 90. oder 100. Geburtstag begangen hätten. 90 Jahre alt geworden wären u.a. Günter Albrecht (Dienstzeit: 1974-1994), Hans-Joachim Hübner (Dienstzeit: 1976-1994) sowie Karl-Heinz Sander (Dienstzeit: 1974-1994). 100 Jahre alt geworden wären u.a. Ulrich Jäckel (Dienstzeit: 1950-1988), Norbert Luckner (Dienstzeit: bis 1988), Werner Nowka sowie Heinz Radtke (Dienstzeit: 1952-1988). Sie alle bleiben unvergessen. Ihnen allen einen schönen Jahreswechsel und DANKE, dass Sie GSU HISTORY unterstützen und folgen.
von GSU History 1. Dezember 2025
Ein Stück Zeitgeschichte: Eingebettet in die neue Organisationsstruktur der German Service Organisation, die sich im Oktober 1950 aus der German Civil Labour Organisation gebildet hatte, wurden in West-Deutschland und auch im Britischen Sektor Berlins neue Wacheinheiten aufgestellt, die zunächst ausschließlich den Schutz der wichtigsten Militärliegenschaften der Briten zu gewährleisten hatten. Auch der damalige Watchmen´s Service in Berlin, aus dem 1982 die German Security Unit (GSU) hervorging, startete 1950. Heute vor 75 Jahren, am 1. Dezember 1950, zogen die ersten Rekruten in Smuts Barracks ein und begannen ihre Ausbildung. Die Einheit wurde bereits am 1. September formal aufgestellt, am 16. November übernahm schließlich der deutsche Aufbaustab seine Aufgaben. Unter den Männern der ersten Stunde waren auch Johannes Gohl und Werner Heise. Die GSU wurde in zwei Kompanien mit insgesamt acht Zügen organisiert und war 350 Mann stark – ein Personalkörper, der in dieser Größe nie wieder erreicht wurde. Unterstellt war die Truppe der British Garrison Admin Unit, die die GSU als Independent Unit führte, weshalb es auch keine Regimentszuweisung gab. Der britische Major Steel übernahm die Funktion des Commanding Officers, als erster deutscher Einheitsführer wurde Chief Superintendent Meiners eingesetzt. Mitte Februar erfolgte dann die formale Übernahme der Wachaufgaben. Vor 10 Jahren wurde noch einmal an die 1994 aufgelöste German Security Unit erinnert: Auf dem Gelände des Berliner AlliiertenMuseums wurde auf Initiative der damaligen Direktorin Gundula Bavendamm eine Ehrentafel enthüllt. Die Plaque of Honour erinnert seitdem auf historischem Boden an die einstigen Wach- und Polizeieinheiten der Deutschen Dienstorganisationen bei den Britischen und US-amerikanischen Streitkräften.
von GSU History 16. November 2025
Ein fast unbekanntes, aber wichtiges Datum: Heute vor 75 Jahren, am 16. November 1950, zogen die ersten Guards des damaligen Watchmen´s Service der German Service Organisation Berlin in die Smuts Barracks im Ortsteil Berlin-Wilhelmstadt ein. Warum genau an diesem Donnerstag, ist bis heute noch ein Rätsel. Militärhistoriker gehen davon aus, dass es sich bei dem Datum um den frühesten Zeitpunkt des Abschlusses der Sicherheitsüberprüfung der Auserlesenen gehandelt haben könnte. Fest steht nämlich, dass die Einheit, aus der 1982 die German Security Unit (GSU) hervorging, offiziell zum 1. September 1950 durch britische Dienststellen als Teil des 1. Korps der Rheinarmee für aufgestellt erklärt wurde, die nunmehr vertrauenswürdige ehemalige Wehrmachtsoffiziere für künftige Führungsaufgaben suchten. Somit lagen zwischen dem Gründungstag und dem 16. November exakt nur 76 Tage. Diese wurden auf britischer Seite zur Bewältigung organisatorischer Aufgaben genutzt, ehe die ersten Deutschen ihre neue Kaserne betraten. Bei den Männern der ersten Stunde handelte es sich um künftige Führungskräfte. Von ihnen sind bislang namentlich nur zwei bekannt: Johannes Gohl , Ex-Major und Regimentskommandeur des Heeres und sein Kriegskamerad Hauptmann a.D. Werner Heise, der später die GSO in Richtung Bundeswehr verließ und noch bis zum Oberst aufstieg. Gohl übernahm als Chief Superintendent die Führung der 1. Kompanie und auch die Stelle des stellvertretenden Einheitsführers, ehe er 1952 als Staff Superintendent selbst Chef der Truppe wurde. In den ersten Jahren bestand der Watchmen´s Service noch aus zwei Kompanien mit jeweils vier Zügen. Insgesamt waren zu jener Zeit etwa 25 Offiziere zeitgleich bei der Einheit tätig. Am 1. Dezember 1950 nahm die Einheit ihren Dienstbetrieb auf, womit die ersten Rekruten in die Kasernen zogen, die schließlich Mitte Februar ausgebildet die damaligen Wachobjekte übernahmen.
von GSU History 14. November 2025
Er war nicht nur der einzige Ex-Guard, der bis zum Schluss mit seinem alten Dienstgrad angesprochen wurde. Er war außerdem der vermutlich einzige Offizier, den man gleichermaßen mit Achtung und Respekt begegnete. Jedes Mal, wenn er auftauchte, wurde er insgeheim wie ein Pop-Star gefeiert: Heinz Radtke. Morgen wäre der ehemalige Chief Superintendent 100 Jahre alt geworden. Ein Rückblick auf sein Leben finden Sie hier ...
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